4Kids

Espelkamper Zeitung

 

Lesen regt die Fantasie an

 

Jugendbuch-Autor Swen Reinhardt verriet, wie man spannende Geschichten schreibt

 

Espelkamp. Lesen gefährdet die Dummheit – per Power Point hatte Swen Reinhardt den Satz an die Leinwand geworfen. Der 40-jährige Jugendbuch-Autor hat auf seiner Lesereise einen Stopp ins Espelkamp eingelegt. Auf Einladung von Inge Räber, Leiterin der Schulbibliothek des Söderblom-Gymnasiums, der „Villa Kunterbuch“, stellte er den fünften Klassen seine Bücher vor, warb gleichzeitig für das Lesen und gab einige Tipps, wie man eine spannende Geschichte schreibt.

Aber schön alles der Reihe nach. Lesen macht schlau, da waren die Schüler mit dem Autor einig. Die Rechtschreibung profitiert davon, die Fantasie wird angeregt – „Jeder dreht seinen eigenen Film im Kopf“ -, Lesen fördert das Textverständnis – „Man kann selber bessere Geschichten schreiben“ -, aber nicht nur in Deutsch, sondern auch in allen anderen Fächern.

Apropos selber Geschichten schreiben. „Zuerst sollte man entscheiden, was man schreiben möchte“, rieht Swen Reinhardt. Grusel- oder Horrorthriller? Fußballroman? Etwas Romantisches oder einen Krimi? Dann seien die Fragen zu beantworten nach dem „Wo soll die Geschichte spielen?“ und „Wer sind die Hauptfiguren?“ Namen, Aussehen, Eigenschaften, Details. „Wenn man viele Adjektive benutzt, kann sich der Leser die Figuren besser vorstellen, auch sollte man den Ort der Handlung möglichst genau beschreiben. Das verleiht der Geschichte mehr Lebendigkeit“, empfahl Swen Reinhardt. Und die Schüler sollten sich die Zeit nehmen, zum Schluss noch einmal sorgfältig über die Geschichte zu lesen und eventuell noch passende Adjektive einzufügen. Wie’s gemacht wird, davon gab Swen Reinhardt, der seine Bücher zusammen mit seiner Lebensgefährtin Isabell Sommer schreibt, dann anschließend selbst eine Kostprobe, als er einige Passagen aus der Kinderbuchreihe „Chip Chips Jam“ las. Chip-Chips-Jam, das sind die Hamburger Jungs Joe, Goofy und Sketchy. Die Freunde fahren für ihr Leben gerne Skateboard und erleben beim „Boarden“ jede Menge spannender Abenteuer. „Die drei Jungs lieben nichts mehr als den donnernden Asphalt unter ihren Skateboards zu spüren“, sagt Reinhardt. Das Autorenpaar hat auf Wunsch seiner beiden Kinder angefangen, die Reihe zu schreiben. Wer so nah dran ist, weiß um die Probleme und die Sprache der Zielgruppe, Jugendliche bis 14 Jahre und versteht, die jungen Leser zu fesseln. Während seiner Lesung zog Reinhardt seine Zuhörer immer wieder in das Geschehen hinein, stellte Fragen oder bat sie, selbst einige Textstellen vorzulesen, die er auf die Leinwand projektiert hatte. Vier Bücher der Reihe sind bisher erschienen, ein das fünfte soll im Frühjahr nächsten Jahres auf den Markt kommen. Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann sich in der „Villa Kunterbuch“  aller vier Bände ausleihen. Also nichts wie hin, hier gibt‘s noch mehr Stoff, der die Dummheit gefährdet.