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4Kids

Band 1 – DAS TEAM IST KOMPLETT

Unerbittlich heiß brannte die Sonne an diesem warmen Sommertag im Juni vom azurblauen Himmel über Hamburg. Der Asphalt flirrte vor Hitze und die Straßen der Hansestadt waren wie leer gefegt. Die zwei Millionen Einwohner Hamburgs schienen sich wie Ölsardinen am Elbufer zu drängen, um einen erfrischenden Tropfen des kühlen Nass zu erhaschen.

Gelangweilt saß Joe auf der Treppe vor der Gedächtniskirche und kickte sein Skateboard lustlos hin und her. Das Wetter war zwar optimal um alle Treppen der Stadt rauf und runter zu cruisen ohne von Passanten darauf hingewiesen zu werden, dass Boarden in der Fußgängerzone strengstens verboten war. Trotzdem wurde der Spaß durch die Hitze gehörig getrübt. Eine letzte Abschlussrunde wollte er noch drehen, ehe er sich ärgerlicherweise den nervenden Hausaufgaben widmen musste. Seine Mutter war bestimmt schon auf 180 – vorausgesetzt sie hatte ihren prüfenden Blick bereits in die Schultasche geworfen und dabei festgestellt, dass er sich, ohne seine Arbeiten auch nur angefangen zu haben, klammheimlich aus dem Haus geschlichen hatte. Nur noch fünf Tage bis zu seinem Geburtstag! Hoffentlich bekam er von seinen Eltern das heiß ersehnte neue Santa Cruz Skateboard mit cooler gelb-oranger Feuerlackierung und optimaler Federung für alle neu gelernten Tricks. Die Räder seines alten Bretts waren abgefahren und die Farbe darauf so ausgeblichen, dass sie fast nicht mehr zu erkennen war. Es war mehr als peinlich, sich mit diesem hässlichen Teil auf der Straße sehen zu lassen! Aber es half alles nichts: Jetzt sollte er sich wirklich nach Hause scheren, wenn er nicht großen Ärger mit seinen Eltern riskieren wollte. Stöhnend und schwitzend schwang er sich auf sein Board und brauste vorbei an leer gefegten Geschäften und dicht gefüllten Eiscafés in Richtung Blankenese, wo er mit seinen Eltern seit kurzer Zeit in einer kleinen Wohnung unter dem Dach einer alten Herrenvilla lebte.

Nachdem er einige Minuten in flottem Tempo gefahren war, floss ihm der Schweiß in Strömen von der Stirn und seine dunkelblonden kinnlangen Haare waren klatschnass. Trotz aller Zeitnot, die ihn plagte, musste er eine kurze Rast auf der Parkbank unter einer dicken Buche einlegen, um sich etwas abzukühlen. Irgendwo in seiner Hose musste sich doch noch eine Kaugummipackung befinden. Hektisch begann Joe seine Hosentaschen zu durchwühlen und fand statt den Kaugummis einen zerknüllten, schmuddeligen Zettel. Verdammt, hier hatte er also die Sechs in der Mathearbeit vor den strengen Augen seiner Mutter versteckt! Die Unterschriftszeile am unteren Ende der Probe war ebenso blank wie gestern, als der Mathelehrer die Arbeit verteilte und Joe beschloss, die Botschaft seinen Eltern erst nach dem Geburtstag zu eröffnen. Während er sich den Kopf darüber zerbrach, ob es schlauer war, mit Mutter oder Vater über den versauten Test zu sprechen, fiel sein Blick auf die gegenüberliegende Parkdeckauffahrt. Ein Junge, vermutlich etwa im gleichen Alter und einem total bescheuerten Haarschnitt, versuchte sich mit seinem Board an der Abfahrt. Zugegeben, das Skateboard war das Neueste, was es derzeit auf dem Markt gab, und ziemlich cool. Trotzdem täuschte es nicht darüber hinweg, dass er einfach nichts von dem Sport verstand. Kaugummi kauend beobachte Joe den Jungen eine ganze Weile, bis der Möchte-Gern-Skateboarder ...